Milchprodukte ersetzen · Rezepte

Mandelmilch selber machen

Es ist eigentlich ganz einfach, die tierischen Produkte durch pflanzliche zu ersetzen. Heute möchte ich dir zeigen, wie leicht es ist, seine eigene Mandelmilch herzustellen.

Aber warum solltest du auf Kuhmilch verzichten?

Mit der Kuhmilch-Produktion ist viel Tierleid verbunden. Die Kühe werden künstlich befruchtet und wenn das Kalb auf die Welt kommt, wird es ihnen entzogen, damit die Milch, die für das Kalb vorgesehen war, für den Menschen genutzt werden kann. Die Kälber werden mit einer Milchpulver-Mischung gefüttert, damit der Mensch die Milch trinken kann. Die Kälber und die Mutterkühe leiden sehr unter der Trennung. Die weiblichen Kälber werden später, wenn sie stark genug sind, ebenfalls für die Milchproduktion genutzt. Die männlichen Kälber werden nach kurzer Zeit geschlachtet oder von den Landwirten an dubiose Tierhändler verkauft. Die Kühe in der Milchproduktion werden wie Maschinen behandelt. Sie werden bis auf das Letzte vom Menschen ausgenutzt.

Die Kühe werden so gezüchtet, dass die Euter eine möglichst große Milchleistung aufzeigen und unnatürlich groß sind. Durch das ständige Melken der Euter mit Hilfe von Maschinen erkranken die Kühe oft an Mastitis, einer schmerzhaften Euterentzündung, die dazu führt, dass die Kühe früh sterben. Außerdem leiden die Kühe unter Rückenschäden, weil die Euter einfach zu groß sind und dadurch die Wirbelsäule belasten. Die Kühe sind dauerhaft in einem Stall mit Betonspaltböden untergebracht, die nass und mit Gülle verschmutzt sind, so dass die Kühe auch noch an Bein- und Klauenkrankheiten erkranken. Diese Erkrankungen werden mit Antibiotika behandelt, die dann als Rückstand in der Milch zu finden sind und vom Menschen aufgenommen werden.

Das normale Lebensalter der Kühe beträgt 20 bis 30 Jahre. In der Milchindustrie endet das Leben der Milchkühe jedoch oft nach 4, 5 Jahren, weil sie dann von den Bauern „entsorgt“ werden.

Viele Menschen sind immer noch der Meinung, dass die Kühe von Natur aus „Milch geben“, aber das ist nicht richtig, denn sie müssen, wie alle anderen Säugetiere, ein Baby gebären, um Milch zu produzieren. Die Kühe werden in einer Dauerschwangerschaft gehalten, damit sie dauerhaft Milch geben.

Es ist wirklich verwunderlich, dass die Menschen angefangen haben, die Muttermilch von anderen Säugetieren zu trinken, zumal sie nie für den Menschen bestimmt war. Deshalb ist es auch so, dass der Großteil der Menschheit nicht in der Lage ist, das Milchprotein Laktose zu verdauen. Erst durch eine Mutation ist es einigen Menschen überhaupt möglich, dass ihr Körper das Milchprotein verdauen kann.

Des Weiteren enthält Kuhmilch ein Wachstumshormon namens IGF-1. Wie bei allen anderen Säugetieren auch, enthält die Muttermilch der Kühe ein ausgeklügeltes Hormonsystem, um das Wachstum ihres Kalbes optimal zu fördern. Dieses Hormon führt dazu, dass das Kalb wächst und somit sich auch die Zellen vermehren. #

Von Natur aus ist es so gedacht, dass die Neugeborenen (ob Mensch oder Tier) nach der Geburt durch die Muttermilch versorgt werden und nachdem sie in der Lage sind, selbst Nahrung zu sich zu nehmen, auch keine Muttermilch mehr bekommen. Doch der Mensch umgeht dieses System, indem er nach dem Abstillen das Baby weiter mit der Milch eines anderen Säugetieres versorgt und den Milchkonsum auch im Erwachsenenalter nicht einstellt. Somit nimmt der Mensch über Jahre hinweg Wachstumshormone auf, über die Milch eines anderen Säugetieres. Diese Wachstumshormone bewirken aber nicht nur, dass gesunde Zellen sich vermehren, sondern auch kranke Zellen. So konnte in einigen Untersuchungen ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von Brust- und Prostatakrebs und regelmäßigem Milchkonsum gezeigt werden.

Kuhmilch vs. Pflanzenmilch

Die Pflanzenmilch enthält in der Regel weniger Kalorien (kcal) als eine 3,5 %-ige Kuhmilch.

Kuhmilch enthält 3,4 g Protein auf auf 100 g. Bei der Pflanzenmilch hat nur die Sojamilch einen vergleichbaren Eiweißgehalt von 3,2 g auf 100 g. Die anderen pflanzlichen Milchsorten enthalten auch Protein, aber nicht in so hohen Mengen wie die Sojamilch.

Schauen wir uns den Fettanteil an, lässt sich feststellen, dass der Fettanteil in den pflanzlichen Alternativen geringer ist als in Vollmilch und auch die Fettqualität unterscheidet sich deutlich. Kuhmilch ist reich an gesättigten Fettsäuren (Risikofaktor für Gefäßveränderungen und die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Pflanzenmilch hingegen enthält viel mehr von den gesundheitsförderlichen ungesättigten Fettsäuren. Die Ausnahme bildet Kokos, denn sein Fruchtfleisch besteht fast ausschließlich aus gesättigten Fettsäuren.

Kuhmilch enthält die für Veganer potenziell kritischen Nährstoffe Vitamin B12 und Vitamin D, weil auch die Kühe mit diesen Nährstoffen supplementiert werden. Diese Nährstoffe sind aber auch in vielen handelsüblichen Pflanzenmilchsorten zugesetzt. Dabei bleibt zu beachten, dass diese angereicherten Nahrungsmittel nie den Bedarf an Vitamin B12 decken können, sondern lediglich ergänzend wirken. Wenn man sich vegan ernährt, ist eine Vitamin B12-Supplementierung dringend erforderlich. Auch Menschen, die nur wenig tierische Produkte zu sich nehmen, sollten ihren Vitamin B12-Status ärztlich überprüfen lassen und ggf. supplementieren. Vitamin D sollte in den Wintermonaten supplementiert werden.

Die Kuhmilch ist als DER CALCIUM-LIEFERANT schlechthin bekannt. Ja, Kuhmilch enthält Calcium und zwar 120 mg/100 g. Aber viele Pflanzenmilchsorten aus dem Handel sind mit genau dem gleichen Calciumgehalt angereichert wie das tierische Pendant. Im empfehle dir, solche Pflanzenmilchsorten zu kaufen, die mit 120 mg Calcium angereichert sind. Wenn du deine Pflanzenmilch selbst herstellst, dann ist der Calciumgehalt natürlich geringer, weil das zugesetzte Calcium fehlt. Aber dies ist kein Problem. Es gibt noch genügend andere Calciumquellen, die pflanzlicher Natur sind. Dazu zählt vor allem grünes Gemüse, Nüsse, Kerne und Samen (Sesamsamen: 780 mg Calcium/100 g), Hülsenfrüchte und Pseudogetreide (Amaranth). Auch calciumreiches Mineralwasser mit > 400 mg Calcium/Liter ist empfehlenswert.

Um das Calcium aufnehmen zu können, braucht der Körper allerdings Vitamin D. In 100 g Kuhmilch ist gerade einmal 0,09 µg Vitamin D enthalten. Angereicherte Pflanzendrinks enthalten dahingegen ca. 0,75 µg/100 g. Je mehr Vitamin D dem Körper zur Verfügung steht, umso mehr Calcium kann er verstoffwechseln.

Kuhmilch gilt als guter Vitamin-B2-Lieferant. In 100 g Kuhmilch sind 180 µg Vitamin B2 enthalten. Aber auch pflanzliche Lebensmittel enthalten Vitamin B2. Gegarte Champignons liefern 389 µg Vitamin B2 auf 100 g, 100 g Grünkohl enthalten 182 µg und 100 g gedämpfter Brokkoli immer noch 177 µg auf 100 g. Auch in Vollkorngetreide ist Vitamin B2 enthalten. Es gibt also eine Menge anderer Vitamin-B2-Quellen, die sogar mehr Vitamin B2 enthalten als Kuhmilch.

Der in der veganen Ernährung potenziell kritische Nährstoff Eisen ist dagegen in Pflanzenmilch reicher enthalten als in Kuhmilch. Was viele nicht wissen, ist, dass in Deutschland Eisen, unabhängig von der Ernährungsform, ein potenzieller Mangelnährstoff ist. Sojamilch enthält deutlich mehr Eisen als Kuhmilch.

So, nun aber zum Rezept.

Rezept

Selbstgemachte Mandelmilch

Zutaten

  • 200 g Mandeln
  • 900 ml Wasser
  • 4-6 Datteln, getrocknet und entsteint
  • Standmixer
  • Nussbeutel / Mulltuch
  • Glasflasche mit Schraubverschluss (für 900 ml Flüssigkeit)

Zubereitung

  1. Die Mandeln für mindestens 8 Stunden oder besser über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Danach die Mandeln in ein Sieb geben, mit kaltem Wasser abspülen und abtropfen lassen.
  2. Die Mandeln zusammen mit 900 ml Wasser und 4-6 Datteln in einen Standmixer geben und solange pürieren, bis alles fein zermahlen ist.
  3. Ein Sieb in eine Schüssel hängen, das Mulltuch oder den Nussbeutel über das Sieb ausbreiten und dann die Mandelmilch in den Nussbeutel / in das Mulltuch gießen. Die Enden des Mulltuchs zusammennehmen, dann eindrehen und die Flüssigkeit aus dem Nussbeutel / Mulltuch komplett herauspressen und diese in der darunter stehenden Schüssel auffangen. Die Mandelreste im Nussbeutel werden nicht mehr benötigt, diese kannst du aber als Zutat für deinen Smoothie, für dein Porridge oder zum Backen verwenden
  4. Die Mandelmilch in eine saubere, trockene Glasflasche mit Schraubverschluss füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Verzehr die Mandelmilch schütteln. Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich die Mandelmilch ca. 3 Tage.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Jacky

Solltest du meine Rezepte ausprobieren und deine Kreation auf Instagram zeigen, freue ich mich sehr, wenn du mich dort verlinkst und mich daran teilhaben lässt 🙂

@veganandlife oder #veganandlife

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s